Ihr Employer-Branding-Leitfaden

13.3.2020
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Ihr Employer-Branding-Leitfaden

Ihr Employer-Branding-Leitfaden

In Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels kommt dem Employer Branding eine wichtige strategische Bedeutung in Ihrem Unternehmen zu. Nur mit einer starken Arbeitgebermarke (Employer Brand) können Sie Bewerber für Ihr Unternehmen gewinnen. Aber nicht nur für Ihre Personalgewinnung spielt die seine wichtige Rolle, sondern auch für die Attraktivität Ihrer Produkte. Laut einer Studie der Universität Bamberg führt ein besseres Employer Branding auch zu einer erhöhten Produktattraktivität.[1] Sie sollten alles daransetzen, einen gute Employer Brand aufzubauen.

Ziele des Employer Branding

Employer Branding heißt im Deutschen übersetzt „Arbeitgebermarkenbildung“. Zum ersten Mal wurde der Begriff von Tim Ambler und Simon Barrow in einem Fachartikel im Journal of Brand Management erwähnt. Die Idee der beiden Experten: Marketinginstrumente für das Recruiting einzusetzen. Heutzutage versuchen Sie, Ihr Unternehmen mit Arbeitgebermarkenbildung als glaubwürdigen und attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Ziel Ihrer Employer-Branding-Strategie ist es, Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterbindung, Leistungsbereitschaft,Unternehmenskultur und Ihr Unternehmensimage zu optimieren.

Employer Branding vs. Personalmarketing

Mit Employer Branding verfolgen Sie langfristig strategische Ziele. Ihr Personalmarketing hingegen ist operativ ausgerichtet und orientiert sich an den strategischen Vorgaben Ihrer Arbeitgebermarkenbildung. Unter anderem entscheiden Sie in diesem, welche Zielgruppen Sie durch Personalmarketingmaßnahmen ansprechen möchten.

Schritte zu einer erfolgreichen Employer-Branding-Strategie

Folgende Schritte sollten Sie beachten, damit Ihre Employer-Branding-Strategie zum Erfolg führt.

1. Schritt: Ist-Analyse

Stellen Sie sich zunächst die Frage, wie Ihre Ausgangslage ist: Was macht Ihr Unternehmen einzigartig? Wofür steht Ihr Unternehmen? Warum lohnt es sich für Bewerber, sich bei Ihnen zu bewerben? Generell: Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal (Employer Value Proposition) als Arbeitgeber? Mit der Beantwortung dieser Fragen schaffen Sie Ihrem Employer Branding ein Fundament, aus dem sich Ziele formulieren lassen.

2. Schritt: Ziele formulieren

Auf der Grundlage der Ist-Analyse sollten Sie Ziele für Ihre Employer-Branding-Strategie formulieren. Welche Zielgruppe wollen Sie mit Ihren Maßnahmen erreichen? Auf welche Profilthemen setzen Sie? Welches Bild soll Ihre Zielgruppe von Ihnen als Arbeitgeber haben?

3. Schritt: Maßnahmen einleiten

Erstellen Sie zunächst ein zielgruppenspezifisches Kommunikationskonzept und legen Sie fest, wie viel Budget Sie dafür einsetzen möchten. Darüber hinaus steht Ihnen eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verfügung. Dabei gilt wie immer: Weniger ist mehr. Setzen Sie Ihre Ressourcen möglichst effizient und zielgerichtet ein. Wir empfehlen Ihnen, insbesondere folgende Maßnahmen zu ergreifen:

3.1 Karriereseite optimieren

Ihre Karriereseite ist das Einfallstor eines jeden Bewerbers in Ihr Unternehmen. Daher ist es sehr wichtig, dass Ihre Karriereseite auf dem neusten Stand der Technik ist. Sprich: Diese ist suchmaschinenoptimiert, benutzerfreundlich und bietet individuelle Informationen für Ihre Bewerber. Ferner sollte sie alle notwendigen Informationen enthalten. Dazu gehören spezifische Informationen für Zielgruppen (Berufserfahrene, Studenten, Auszubildene). Zudem sollten allgemeine Informationen über Ihr Unternehmen vorhanden sein. Hinterlegen Sie auch immer mindestens eine Kontaktmöglichkeit.

3.2 Social-Media-Auftritt modernisieren

Social-Media-Kanäle sind heutzutage ein wichtiger Bestandteil Ihrer Employer-Branding-Strategie. Denn mit diesen erreichen Sie Bewerber dort, wo sie sich online aufhalten. Setzen Sie deshalb Social-Media-Recruiting ein, um Bewerber von Ihrem Unternehmen zu überzeugen. Zudem bietet es sich an, moderne Social-Media-Features (z. B. Facebook Stellenbörse, Zielgruppenspezifische Social-Media-Kampagnen) in Ihren Auftritt mit einzubinden.

3.3 Mitarbeiter werben Mitarbeiter

Setzen Sie Ihre Mitarbeiter als Botschafter Ihrer Arbeitgebermarke ein. Implementieren Sie ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programm. Ihre Mitarbeiter machen die beste Werbung für neue Mitarbeiter. Bei diesem Prozess kann ein Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Online-Tool sehr hilfreich sein.

3.4 Talent-Management

Bauen Sie sich schon, bevor Sie eine Stelle besetzen müssen, einen Pool von qualifizierten Bewerbern auf. Sprechen Sie diese zum Beispiel in Karrierenetzwerken an (= Active Sourcing). Fragen Sie diese, ob Sie Ihre Daten für Ihren Talent-Pool nutzen dürfen. Wie Talent-Management in der Praxis aussieht, erfahren Sie hier.

3.5 Work-Life-Balance

Sorgen Sie für eine ausgewogene Work-Life-Balance. Unter anderem können Sie Familien im Bedarfsfall mit individuellen Teilzeitmodellen sowie Homeoffice das Arbeitsleben erleichtern. Aber auch diverse geldwerte Vorteile bieten sich an, um Mitarbeiter von Ihrem Unternehmen zu überzeugen. Neben kostenlosem und gesundem Essen (z. B. Obstkorb, Kantine) sind auch Sportangebote (z. B. Lauftreff, Fitnessstudio-Mitgliedschaft) sehr beliebt. Aber auch Firmenwagen, Firmenlaptop, Firmenhandy und Gutscheine (z. B. fürs Tanken) gehören zum Repertoire erfolgreicher Firmen.

4. Schritt: Evaluieren Sie Ihr Employer-Branding

Letztendlich ist es auch sehr wichtig, dass Sie Ihre Arbeitgebermarkenbildung evaluieren. Denn alle Anstrengung ist nichts wert, wenn der Return of Invest nicht stimmt. Am besten prüfen Sie anhand von Kennzahlen (z. B. Anzahl von Bewerbungen, Offer-Acceptance-Rate, Time to Hire), inwiefern sich Ihre Employer Branding bewährt hat.

Resümee

Ohne nachvollziehbare Employer Branding Strategie wird aktives Recruiting immer schwieriger. Es muss Unternehmensmaxime sein, diese ständig zu optimieren. Glaubwürdigkeit, Seriosität und Authentizität sind Schlüsselelemente heutiger Bewerber. Wenn Sie Employer Branding richtig anwenden, wird sich das positiv auf Ihren Recruiting-Erfolg auswirken.


[1] https://www.uni-bamberg.de/fileadmin/uni/fakultaeten/wiai_lehrstuehle/isdl/Studien_2019_03_Employer_Branding_Web.pdf(13.02.2020),S.10.

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